Gedanke
eine Notiz zwischen den Linien
Zwischen dem, was ich zeige
Ich merke,
dass ich mich anders bewege,
je nachdem,
in welchem Raum ich gerade bin.
Nicht jeder Raum verlangt dieselbe Haltung.
Nicht jede Stimmung
dieselbe Art,
anwesend zu sein.
Es gibt Tage,
da brauche ich Klarheit.
Andere,
da brauche ich Weichheit.
Manchmal will ich stehen.
Manchmal sitzen.
Manchmal einfach da sein,
ohne Richtung.
Ich habe aufgehört zu glauben,
dass all das
in einer einzigen Form
Platz haben muss.
Wenn ich den Ausdruck wechsle,
verändert sich nicht nur das,
was sichtbar wird.
Es verändert sich,
wie ich mich selbst wahrnehme.
Manches fühlt sich stabil an.
Manches durchlässig.
Manches ruhig.
Manches wach.
Ich nutze diese Unterschiede.
Nicht als Gegensätze.
Sondern als Möglichkeiten.
Zwischen dem,
was ich zeige,
und dem,
was ich empfinde,
liegt kein Widerspruch.
Es liegen viele Räume.
Räume,
in denen ich mich unterschiedlich bewege.
Unterschiedlich halte.
Unterschiedlich öffne.
Je nach Stimmung.
Je nach Tag.
Je nach dem,
was gerade trägt.
Vielleicht sind diese Räume
nicht nur meine.
Vielleicht erkennt sich darin,
wer selbst mehr als einen kennt.
Ich habe gelernt,
dass Klarheit nicht entsteht,
wenn ich mich reduziere.
Sondern dann,
wenn ich mir erlaube,
mehr als eine Qualität
zu leben.
Nicht alles,
was wechselt,
ist unsicher.
Manches ist einfach vollständig.
Vielleicht ist Denken
gar nicht das Finden von Antworten.
Vielleicht ist es
das bewusste Wechseln
zwischen verschiedenen Arten
von Präsenz.
Ohne sie zu benennen.
Ohne sie festzulegen.
Ohne eine davon zu verlieren.
Ein Denkraum
für Gedanken,
die nichts wollen.